Ne echt kölsche Jung
Michael Jacoby veranstaltet die größte öffentliche Golfmesse in Europa – die Rheingolf 2007
Herr Jacoby, Sie veranstalten seit neun Jahren die mittlerweile größte Publikumsmesse in Sachen Golf in Europa. Die Idee und das Konzept der “Rheingolf” scheinen sich bewährt zu haben. Hält denn der Trend zum Golfen unverändert an?
Michael Jacoby: Ja, sehr zu meiner Freude. Die Zahlen, die der Deutsche Golf Verband (DGV) jährlich erhebt, sprechen eine eindeutige Sprache. In über 658 Golfclubs sind über 500.000 Golfer organisiert und die Zahl der nicht im Verein spielenden Golfer wächst ständig. Es besteht weiterhin ein riesiges Interesse den Golfsport zu beginnen. Man muss doch nur einmal in seinem Bekanntenkreis herumfragen. Viele Menschen können sich vorstellen mit Golf zu beginnen.
Welche Bedeutung haben die Erfolge von Bernhard Langer, Marcel Siem und der Gewinn des Ryder Cup durch das europäische Team?
Das kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Durch sportliche Erfolge gelangt Golf über die Medien ins Blickfeld der Öffentlichkeit und generiert Interesse, den Sport selbst auszuüben. Deswegen wäre es phantastisch, wenn, neben Bernhard Langer, gerade ein junger Spieler wie Marcel Siem weiter Erfolg auf der European Tour hätte und Talente wie Martin Kaymer oder Nico Meitinger zu ihm aufschließen könnten.
Was macht die Agentur Michael Jacoby eigentlich außer die Rheingolf zu veranstalten?
Eine Menge! Die Agentur verlegt das Rheingolf Magazin, veranstaltet den Rheingolf Cup und ist Herausgeber von www.rheingolf.de Wir beraten nationale und internationale Golfanlagen und Dienstleister im Bereich Marketing und PR und versuchen, gemeinsam mit allen anderen im Golfbereich tätigen Firmen möglichst bald 1 Million Golfer in Deutschland zu “produzieren”. Dann ist die Golfszene eine Golf-Industrie. Außerdem verantworten wir das Clubmagazin des Golf Club Gut Lärchenhof, die PAR1.
Das hört sich nicht nach viel Arbeit für acht Mitarbeiter an....
Da liegen Sie aber ganz falsch! Die Rheingolf-Messe ist längst das Produkt einer Jahresarbeit unseres tollen Teams. Planung, Koordination, Vertrieb, Promotion, Marketing und Durchführung der Messe auf der Qualitätsebene auf der sich die Rheingolf bewegt verschlingen sehr viel Zeit. Außerdem entwickeln wir ständig neue Ergänzungen zur Rheingolf, zum Beispiel die prolongis!-Sonderfläche und es ist durchaus vorstellbar, dass wir zukünftig noch an anderen Orten als in Köln Messen oder Golf-Events veranstalten. Außerdem werden wir immer wieder gebeten unser Know-how in den Dienst von Aktionen zu stellen, die der Verbreitung des Golfsports dienen. Wir sind da in gewisser Hinsicht Moderator vieler verschiedene Szenen im Golfsport.
Wie kam es eigentlich zur Ausrichtung Ihrer Firma auf den Golfbereich?
Die Kurzversion geht so: 1998 kam ich zufällig mit der Linde German Masters in Kontakt und wurde deren Turniermoderator. Selbst hatte ich ein Jahr zuvor mit dem Golfen angefangen. Ich sah das große Interesse der Besucher und wollte eine Golfmesse besuchen, um mehr über Golf zu erfahren. Es gab aber keine öffentliche Golfmesse. Zusammen mit Uwe Kirchner, der damals den Golfshop Köln betrieb, habe ich dann die erste Rheingolf in der Pulheimer Stadthalle veranstaltet. Eine ziemliche wirre und chaotische Veranstaltung. Natürlich haben wir dabei Geld verloren, wie auch noch bei den nächsten Messen danach. Aber erst einmal fängt alles ja irgendwie an. Uwe Kirchner hat sich dann wieder auf seinen Shop konzentriert und ich machte alleine weiter. Heute arbeiten zehn feste und freie Mitarbeiter für die Agentur.
Also eigentlich fing alles mit der Linde German Masters an?
(Lächelt): Ja irgendwie schon. Besonders meine Zeit als Pressechef des Turniers war sicherlich für Vieles wichtig. Insofern gilt Dank und Respekt Erwin Langer. Man spricht immer von Bernhard Langer, wenn es um Verdienste für Golf in Deutschland geht. Erwin Langer wird da oft zu Unrecht nicht erwähnt.
Sie haben also Ihr Hobby zum Beruf gemacht?
Ja, obwohl sich das jetzt so anhört, als ob ich permanent auf dem Golfplatz stehe. Leider ist das Gegenteil der Fall. Je mehr die Agentur unternimmt, desto weniger komme ich zum Spielen.
Die wöchentliche Golfrunde bleibt leider ein frommer Wunsch, außer auf Reisen natürlich. Und eigentlich müsste ich mir wieder ein neues Hobby suchen, aber dafür habe ich keine Zeit.
Gibt es etwas, das Sie auf dem Golfplatz überhaupt nicht leiden können?
Ja! Kleinkarierte Regelbesserwisser und Brillantringe über dem Golfhandschuh.
Wo golfen Sie am liebsten?
Ich muss gestehen, trotz aller regionalen und weltweiten Verlockungen, immer noch in Irland, auf einem sensationellen Links Course wie Tralee im Südwesten der grünen Insel bei Wind und Sonnenschein mit drei guten Freunden und der Aussicht auf einen Pint Smithwicks oder Kilkenny und einem alten irischen Malt nach der Runde. Leider habe ich viel zu wenig Zeit für meinen Heimatclub (Golf Club Gut Lärchenhof) und die anderen herrlichen Golfanlagen bei uns im Rheinland.
Ihr Handicap?
Offiziell 22.1. Leider habe ich kaum Zeit, vorgabewirksam zu spielen. Deswegen trete ich in der Privatrunde mit 18 an. Das ist auch einfacher zu rechen und bedeutet eine Herausforderung.
Ihre schönste Golfrunde?
Den Old Course in St.Andrews zu spielen, in aller Demut und Ehrfurcht. Unvergesslich!
Ihre Firma heißt Rheingolf, das Wort Rhein findet sich in allem wieder was Sie tun. Rheingolf unterstützt zudem die Kölner Golfwoche. Sie scheinen dem Rheinland sehr verbunden?
Mit Leib und Seele. Ich bin quasi ein Radikalpatriot. Allerdings unterscheide ich mich in einem Punkt von vielen anderen Kölnern. Ich weiß, dass das Rheinland mehr ist als das Kölner Stadtgebiet (schmunzelt). Deshalb haben wir uns der Förderung des Golfsports im Rheinland verschrieben und das beinhaltet natürlich auch alle Aktivitäten in Düsseldorf, Aachen, Wuppertal, Mönchengladbach, Koblenz und Kleve. Damit gebe ich Ihnen eine schöne Gebietsdefinition von Rheingolf-Land.
Die Kölner Golf Woche ist eine hervorragende Idee von meinem Freund Alfred Richter den Golftourismus einer Region regional und national anzuschieben. Ich würde mich sehr freuen, wenn sein Konzept Nachahmer in ganz Deutschland fände (www.koelnergolfwoche.de).
Zurück zur Rheingolf-Messe. Versteht sich die Messe auch als Türöffner zum Golfsport für
Neueinsteiger?
Das ist richtig. Besonders die nächste Messe, die Rheingolf 2007 wird sich so intensiv wie noch nie zuvor an den Neueinsteiger wenden. Das wird man auch in der Kommunikation spüren.Unser Stammpublikum erwächst allerdings aus der bereits spielenden Golfgemeinde. Die Aussteller auf der Rheingolf bieten exzellentes Equipment und vielfältige Informationsangebote für Golfer. Für diese Zielgruppe ist die RHEINGOLF inzwischen zur “Eröffnungsfeier der neuen Golfsaison” geworden. Man bekommt alles für die neue Saison: Angefangen bei der Ausstattung, über Informationen zu neuen Spielmöglichkeiten bis hin zu speziellen Golfreiseangeboten.
Warum findet die größte öffentliche Golfmesse ausgerechnet in Köln statt?
Ganz einfach, weil hier im Rheinland ein enormes Golfpotenzial sitzt. In einem Radius von 200 km rund um Köln gibt es 282 Golfanlagen! Das heißt, wir sprechen in diesem Raum von ungefähr 200.000 aktiven Golfern. Keine andere Region Europas kann auf eine derartige Golfdichte verweisen. Zudem ist die Koelnmesse ein exzellent erreichbarer Standort und ich bin mit Leib und Seele „ne echt kölsche Jung!“
Die Rheingolf ist immer mehr auch zu einer Messe für Luxusreisen geworden. Wie stellt sich das dar?
Der Golfer reist gerne und er gehört zur immer noch einkommensstarken Bevölkerung. Daraus ergibt sich ein besonderes Interessensfeld, gerade beim Reisen. Golfer interessieren sich für luxuriöse Fernreisen, gerade auch für Kreuzfahrten, auch wenn Sie auf diesen Reisen gar nicht, oder nur gelegentlich Golf spielen und sich dafür dann die Ausrüstung vor Ort leihen. Diese weitergehenden Interessen werden wir immer stärker thematisch aufgreifen und optisch in hoher Qualität umsetzen. Natürlich bleibt die Rheingolf immer eine Golfmesse. Aber mit ihr gehen auch Themen wie Medical Wellness und medizinische Prävention einher. Themen die für eine Zielgruppe ab 45 und gerade für Männer immer interessanter werden.
Haben Sie deswegen die Sonderfläche prolongis! erfunden?
Ja. Ein Gespräch mit meinem Schwager der in der Medizinindustrie tätig ist hat mich für das Thema sensibilisiert. Wir wollen doch alle möglichst lange gesund bleiben, reisen und den herrlichen Golfsport ausüben. prolongis! Informiert darüber, wie wir den Zustand des Gesundseins möglichst lange erhalten können. Prävention, Fitness, Ernährung und viele Themen die wir unter „Anti-Aging“ fassen gehören dazu. Ein sehr interessantes Feld.
Ist eine eigene Messe unter dem Namen prolongis! denkbar?
Das wäre schön. Die Vision ist sicher eine prolongis!-Messe räumlich und zeitlich parallel zur Rheingolf zu veranstalten.
Ist das auch die Idee hinter der„Area of Excellence“ in der nächsten Rheingolf-Messe?
Nein. In der „Area of Excellence“ wollen wir Produkte absolut höchster Qualität unseren Besuchern zur Kenntnis bringen. Ihnen sozusagen eine Pause von den Golfprodukten anbieten in der sie sich mit handwerklich bestens gefertigten Gütern vertraut machen können. Natürlich werden dieses Produkte, notwendigerweise, zu den teuersten Produkten zählen. Es wird jedoch nichts auf dieser Sonderfläche geben, wofür sich der Golfer oder die Golferin nicht ohnehin schon interessiert. Ich möchte aber nicht so viel verraten.....
Neu ist auch Rheingolf-TV auf Ihrer Website, der www.rheingolf.de?
Ja. Das soll ein neues Steckenpferd für mich werden. TV über das Internet, das was als „Video over IP“, oder „Video on demand“ jetzt neuerdings durch die Medien geht wird auf www.rheingolf.tv entwickelt werden. Wir schaffen uns damit einen eigenen TV-Sender den unsere Zuschauer, die ja auch die Besucher der Rheingolf-Messe und die Leser unseres Rheingolf-Magazins sind, jederzeit von jedem Rechner der Welt, der über einen schnellen Internet-Zugang verfügt, anschauen kann. Man lädt sich nur das per „Stream“ herunter, was man wirklich sehen will. Diesen Sender bauen wir auf und diesem Aufbau werden wir uns verstärkt widmen.
Wie wichtig ist es für Golf im Rheinland, dass die Mercedes-Benz Championship auf dem Platz des Golf Club Gut Lärchenhof ausgetragen wird?
Das kann man gar nicht hoch und wichtig genug bewerten. Das Erwin und Bernhard Langer Mercedes-Benz als Titelsponsor gewinnen konnten ist einfach hervorragend. Das sich der Golf Club Gut Lärchenhof wieder als Austragungsort angeboten hat zeugt auch von einem großen Beitrag des Clubs zur Golfszene im Rheinland. Viele Menschen die noch nicht Golf spielen werden von dem Turnier erfahren, die Live-Übertragungen auf Premiere sehen und hoffentlich als Zuschauer dabei sein. Danach werden diese Menschen zum Golfschläger greifen, da bin ich mir ganz sicher.
Die Rheingolf-Messe ist kürzlich Fördermitglied im Golfmanager Verband Deutschland (GMVD) geworden. Warum?
Die Golfclubs in unserer Region, besonders in Person der Clubmanager, unterstützen die Rheingolf in vielfältiger Weise. Da war es für uns selbstverständlich, dass sich die Rheingolf-Messe mit dem GMVD assoziiert. Außerdem durfte wir 2006 die Frühjahrstagung des GMVD zeitlich parallel zur Rheingolf in Köln begrüßen, was hoffentlich auch in 2007 wieder der Fall sein wird.
Die Rheingolf-Messe ist das größte Forum aller Beteiligten in der deutschen Golfszene und der GMVD ist einer der wichtigsten Beteiligten dieser im Aufbau begriffenen Industrie. Ich freue mich sehr, dass die Rheingolf-Messe im Kreis der Fördermitglieder aufgenommen wurde.
Vielen Dank für das ausführliche Gespräch.
Zur Person
Michael Jacoby, 13.7.1962 in Köln geboren, studierte Jura mit dem Ziel, Anwalt für Verlags- und Urheberrecht in der Musikwirtschaft zu werden. 1988-1997 war er in leitenden Positionen bei Schallplattenfirmen in Köln und New York tätig und initiierte in dieser Zeit den Jazz-Award im Verband der Phonographischen Wirtschaft. Das Internet als Todesdrohung für weite Teile der Musikbranche voraus sehend, gründete er 1997 eine Kommunikationsagentur und arbeitete zunächst im Bereich Musik, klassische Werbung, Event- und Politik-Kommunikation. Seit 2001 ist die Agentur Michael Jacoby ausschließlich im Bereich Golf tätig.
Jacoby gehört zu den 100 wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen Golfszene(laut Golfmagazin). Er ist Gründungspräsident der Rheinischen Golf Gesellschaft und Botschafter des Rhein-Erft-Kreises, in dem ab 2007 die Mercedes-Benz Championship Zuhause sein werden. (Im Golf Club Gut Lärchenhof). Der 44jährige ist Mitglied im Golf Club Gut Lärchenhof, in der Deutschen Medien Golf Gesellschaft(DMGG), im 1.FC Köln e.V. und in der Willi-Ostermann Gesellschaft von 1967 e.V. Die Rheingolf-Messe ist Fördermitglied im Golfmanager Verband Deutschland und Kooperationspartner der Kölner Golf Woche.